Die Löwen sind los!

Artikel im Kurier vom 30. November 1981

Besitzer: Karl Aumann 

Ende November 1981 gastierte der Zirkus „Apollo“ am Anger vor dem Ku-Haus in Zistersdorf. Wie aus dem Polizeiprotokoll vom 28. November hervorgeht, ereignete sich um 16:15 Uhr eine spektakuläre Situation: Sechs Löwen des Zirkus brachen aus und sorgten für Aufregung in der Stadt! Die Gendarmerie rief die Bevölkerung per Lautsprecherdurchsage dazu auf, ihre Häuser nicht zu verlassen.

Nachdem der Zirkusdirektor selbst gefordert hatte, die Tiere zu erschießen, bewiesen unsere Beamten Mut und Entschlossenheit. Gemeinsam mit den Zirkusangestellten wagten sie den Versuch, die Raubkatzen lebend einzufangen – mit Erfolg! 

Laut Polizeiprotokoll wurde bei der Aktion niemand ernsthaft verletzt – abgesehen von einem Kamel, das von einem Löwen am Hals gepackt wurde, jedoch überlebte. 

Polizeiprotokoll vom 28. November 1981:

Kleinzirkus „Apollo“ – 6 Löwen entwichen

Am 28. 11. 1981 um 16:15 Uhr entwichen aus dem fahrbaren Löwenkäfig des Kleinzirkus „Apollo“, der in Zistersdorf am Anger vor dem Kulturhaus gastierte, 6 ausgewachsene Löwen, die sich in der Stadt Zistersdorf verteilten und herumliefen. Obwohl von der Zirkusleitung Emil Pfeiffer von den Beamten des Gendarmerieposten Zistersdorf verlangt wurde, dass die Löwen, bevor sie Menschen anfallen, abgeschossen werden, wurde dem Zirkusinhaber vorgeschlagen, vorerst zu versuchen, die Löwen einzufangen. Die Beamten GI M. H., BI F. R. und RI O. S. bewaffneten sich mit Karabinern und rückten in die Stadt aus. Vom Gendarmerieposten Dürnkrut wurde BI F. H. als Verstärkung angefordert.
Gemeinsam, die Gendarmeriebeamten und Zirkusangestellte, konnten die Löwen, teils in Gärten, teils auf der Straße laufend aufspüren. Die Bevölkerung von Zistersdorf wurde mittels Lautsprechers gewarnt.
Um 18:40 Uhr konnten alle Löwen eingefangen werden. Verletzt wurde niemand. Jedoch wurde ein Kamel des Zirkus am Hals verletzt, wo sich ein Löwe festgebissen hatte.

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